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Neue Atommüll-Endlager-Suche

Juli 5, 2013 Welt No Comments

Mit einem Standortauswahlgesetz, das Alternativen zu Gorleben prüfen soll, wird nun endgültig die deutschlandweite Suche nach einem neuen Atommüll-Endlager begonnen – und dies nach über 35 Jahren Konzentration auf den Salzstock Gorleben.

Bis Ende 2015 soll ein 33-köpfiges Expertenteam Grundlagen für die Suche aus rein wissenschaftlicher Sicht empfehlen und unter Anderem auch prüfen, welche Gesteinsschichten sich am besten für ein Endlager eignen würden. Bei der eigentlichen  Endlagersuche sollen vorraussichtlich fünf mögliche Standorte untersucht werden. Um die Organisation soll sich ein Bundesamt für kerntechnische Entsorgung, das 2014 gegründet werden soll, kümmern.

Bis spätestens 2031 soll dann der Endlagerstandort bestimmt und vom Bundestag und -rat beschlossen werden. Die Kosten der Endlager-Suche, die auf über zwei Milliarden Euro geschätzt werden, müssen vom Energiekonzern getragen werden.

Dazu äußerte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann: “Das ist wahrlich ein historischer Akt. Das Gesetz trage dazu bei, den Irrweg der Atomkraft ein für alle Mal zu beenden”

Und was passiert mit Gorleben?

Mit dem Gesetz wird auch das Ende der umstrittenen Castor-Transporte nach Gorleben eingeläutet. Vertagt wurde jedoch die Frage nach der Endlagerung der voraussichtlich 26 Castor-Behälter mit Atommüll, die wieder aus dem Ausland zurückgenommen werden müssen. Diesebezüglich kamen bereits Angebote aus Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, diese verlangten aber die Beteiligung eines dritten Bundeslandes.

Philipp Lorenz

 

Bildrechte: erworben bei stocklib.de 

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