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Death Note: Ein Anime von Tsugumi Oba

April 6, 2013 Kultur No Comments

In den kommenden Wochen möchten wir Euch einige Exemplare von einem echt kultigen Zeichentrickfilm-Genre vorstellen: Dem japanischen Anime.

Death Note” ist ein Anime von Tsugumi Oba, der 2009 erstmalig auf deutsch ausgestrahlt wurde. Death Note umfasst 37 Episoden à 25 Minuten. Die Manga-Ausgabe erschien bereits 2006 in Deutschland in 12 Bänden.

Death Note beginnt damit, dass der Protagonist, Light Yagami, ein schwarzes Notizbuch findet, das eine Anleitung enthält, wie man mit seiner Hilfe Menschen töten kann. Es heißt, dass er sich nur das Gesicht einer Person vorstellen muss, während er ihren Namen in das Buch schreibt, um ihren Tod eintreten zu lassen. Dabei kann er die Todesursache und den Zeitpunkt des Todes bestimmen, sofern die Ursache des Todes nicht allzu abwegig ist.

Light erkennt im sogenannten Death Note eine Möglichkeit, die Welt verändern zu können. Er ist angewidert von der Menschheit, da die Verbrechen immer mehr überhand nehmen und möchte daher in die Fußstapfen seines Vaters treten, eines Polizisten. Der Shinigami (Todesgott) Ryuk begleitet Light und greift ihm gelegentlich unter die Arme, jedoch nur aus purem Eigennutz. Das Death Note brachte Ryuk in die Welt der Menschen, um sich zu amüsieren und ein wenig Abwechslung in seinen tristen Alltag zu bringen.

Während Light unter dem Namen “Kira” agiert und gezielt Verbrecher ausrottet, stellt sich ihm “L” in den Weg. Er ist der Detektiv, der bisher jeden Fall gelöst hat und sein wahres Gesicht zu verbergen weiß. Kira ist vorerst machtlos gegen ihn, da er weder sein Gesicht, noch seinen wirklichen Namen kennt. Es entbrennt ein strategischer Zweikampf auf höchster Ebene, der sich immer weiter zuspitzt. Die wirkliche Entscheidung über den Ausgang fällt erst in den letzten Minuten.

Meine Bewertung zu Death Note:

Bild/Ton
Der Zeichenstil von Death Note lässt sich sehen. Weitgehend ist alles detailliert und sauber dargestellt. Auch Gegenstände, die keinen Platz in der Handlung finden sind perfekt animiert. Die Tonspur der deutschen Synchronisierung liegt einwandfrei auf der Bildebene. Die FSX-Spur ist angemessen und ebenfalls sehr umfangreich.
Der einzige Mangel besteht darin, dass einige Handlungsschritte meiner Meinung nach zu exzentrisch bzw. zu ausschweifend dargestellt werden. Für diese Kategorie gebe ich 17/20 Punkten.

Musik
Die musikalische Untermalung von “Death Note” ist unvergleichlich. Jeder Charakter hat diverse Leitmotive, die je nach Situation variieren. Das erste von L’s Leitmotiven beginnt mit einem Piano in verschiedenen Tonlagen. Nach und nach setzen Bass und andere Instrumente ein, die nach einem kurzen Intro regelrecht explodieren und einen musikalischen Spannungsbogen erzeugen.
Das zweite musikalische Leitmotiv beginnt wie das erste mit einem Piano und direkt danach setzen Bass und Schlaginstrumente ein. Die selbe Melodie wie beim ersten Motiv ist deutlich rauszuhören, jedoch wirkt es insgesamt wesentlich ausgelassener und aufgeweckter.
Das dritte musikalische Leitmotiv hat die selbe Grundmelodie wie die ersten beiden, ist jedoch komplett anders untermalt durch die Begleitinstrumente.
Wenn man sich überlegt, wie viele Charaktere es in Death Note gibt und sich darüber im klaren ist, dass sämtliche Hauptfiguren eigene Leitmotive haben, wird einem bewusst, was für ein umfangreiches Klangbild Death Note zu bieten hat.

Die einzelnen Leitmotive untermalen die derzeitig herrschende Stimmung in den jeweiligen Szenen perfekt und ergänzen die Szenen.

Hier gebe ich 20/20 Punkten.

Charaktere
Man bekommt tiefe Einblicke in die einzelnen Charaktere. Die Motive und Beweggründe jedes einzelnen Charakters werden offen dargestellt und lassen den Zuschauer regelrecht mitfühlen. Auch wenn Kira im Grunde genommen rücksichtslos das Leben einzelner Menschen beendet um seinen Zielen näher zu kommen, so lassen die Beweggründe des selbsternannten “Gottes einer neuen Welt” den Zuschauer Sympathie aufbauen und machen ihn zu einem Teil von Kiras neuer Welt.
Die Charaktere bieten eine gigantische Bandbreite an Charakterzügen: L, dessen Beweggründe und Gedanken nur schwer zu lesen sind; Kira, der nach und nach vom Gedanken an die Gerechtigkeit dem Größenwahn verfällt; Misa, die nur für Light da sein will. Die einzelnen Charakterzüge sind facettenreich und bieten mehr als ausreichend Abwechslung.
Da es jedoch sehr viele Charaktere gibt, die für die Kernhandlung unwichtig sind, gebe ich hier nur 17/20 Punkten.

Story
Die Geschichte von “Death Note” bewegt die Zuschauer zum Nachdenken. Die ganze Zeit während dem Anschauen brennt dem Zuschauer die Frage unter der Haut, ob Kira nun gerecht handelt und die Welt verbessert, oder ob er durch die zahlreichen Morde mit dem Death Note nicht zu einem Ungeheuer wird, das die Welt bedroht.
Insgesamt bietet die Story zahlreiche unerwartete Pointen, bringt eine stetige Spannung mit sich und macht den Zuschauer regelrecht süchtig.
Die perfekte Umsetzung der Story lässt mich hier 20/20 Punkten geben.

Originalität
Es gibt nichts, was man mit “Death Note” vergleichen kann. “Death Note” ist einmalig und wird hoffentlich auch einmalig bleiben. Der Autor hat sich etwas vollkommen Neues ausgedacht, was “Death Note” zu dem macht, was es ist: Einem der besten Animes, die ich bisher gesehen habe.
Da es nichts Vergleichbares gibt, ist “Death Note” ein Original und wird durch die umfangreichen Komponenten, wie Musik, Story, Charaktere und Bild/Ton einfach zu einem Unikat.
Etwas derart Ausgefallenes verdient 20/20 Punkten.

Gesamt macht das 94/100 Punkten. “Death Note” ist sehenswert und unvergleichlich. Wer mir nicht glaubt, möge sich selbst von der Qualität überzeugen.

Sammy B.

Diese und weitere Rezensionen zu Anime-Filmen könnt Ihr auch in meinem Blog lesen.

 

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