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Costa Concordia – Neues vom Unglückschiff

November 16, 2012 Welt No Comments

Bekanntlich ist am 13. Januar 2012 mit der Costa Concordia eines der größten Passagierschiffe unserer Zeit vor der toskanischen Insel Isola del Giglio gesunken. Aber was wurde bzw. wird aus ihm?

Ein paar Tage nach der Unglücksnacht sammelte ein Spezialschiff zunächst Müll rund um die “Costa Concordia” herum ein. Nach Abschluss der Vermisstensuche ging es dann darum, die 2.200 Liter Schweröl abzupumpen. Dafür wurde eigens die Kranplattform “Meloria” angefordert. Inzwischen wurde dieser Schritt abgeschlossen. Die Gefahr der Verseuchung der Lagune besteht aufgrund der an Bord befindlichen Waschmittel und Lebensmittelfette jedoch nach wie vor.Wie letzten Monat auf einer Konferenz des Eigners Costa Crociere mitgeteilt wurde, gibt es inzwischen eine klare Strategie zur Bergung der Costa Concordia: Bis Februar 2013 soll die beauftragte amerikanische Bergungsfirma die Costa Concordia geborgen und zur Verschrottung bereitgestellt haben. Die Plattform Microperi 61 ist nun bereits vor Ort und entfernt einzelne Deckaufbauten des Schiffes.
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So sieht der Plan aus:

 1. Zuerst soll eine schwimmende Plattform, die das Abrutschen der “Costa Concordia” verhindern soll, nach und nach unter dem Schiff aufgebaut werden.

2. Dann wird die “Costa Concordia” mit Hilfe von Schleppern auf die Plattform gekippt.

3. Die Plattform wird anschließend an das Schiff angeschlossen und kann dann mit Schleppern weggezogen werden.

Übrigens:

Dem Unglückskapitän Francesco Schettino, der 32 Personen auf dem Gewissen hat, wird jetzt der Prozess wegen fahrlässiger Tötung und Schiffbruch gemacht. Nach der Untersuchungshaft wurde er unter Hausarrest gestellt.

Merkwürdiges:

Bereits im Jahr 2008 gab es einen Unfall mit der Costa Concordia. Damals rammte das Schiff die Befestigung der Hafeneinfahrt von Palermo. Dieser Zwischenfall verlief jedoch noch glimpflich.

Besonders pikant. Ein Tag nach dem Unglück im Januar 2012 gab ein Markendiscounter eine Werbezeitschrift heraus, in der eine Pfingstferien-Kreuzfahrt auf der Costa Concordia angeboten wurde. Dem Konzernchef war dieser Fehler sichtlich peinlich.

Fakt ist, dass zukünftige Kreuzfahrten durch die Kapitäne besser gesteuert werden müssen. Das Unglück der Costa Concordia ereignete sich fast genau ein Jahrhundert nach dem der Titanic: Hat man denn nichts daraus gelernt?

Maurizio Karge

 

Bilderquelle: Wikimedia  Commons / Grafik: Maurizio Karge

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