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Vor 100 Jahren – Als ein 165-Meter-Schiff einfach so im Bermudadreieck verschwand

April 24, 2018 @ugsbürger & Schw@ben, Kultur, Society, Welt No Comments
Die USS Cyclops. Zu sehen sind vor allem die markanten Deckaufbauten, wie die Brücke und die Ladekräne in der Mitte.

Die USS Cyclops. Zu sehen sind vor allem die markanten Deckaufbauten, wie die Brücke und die Ladekräne in der Mitte.

Mit dem U.S.-amerikanischen Schiff USS Cyclops können nur wenige etwas anfangen. Kaum erstaunlich ist es daher, dass vor allem hierzulande nicht viel über das Schiff und sein spurloses Verschwinden im Bermudadreieck berichtet wurde. Dabei ist dieser Fall gar nicht uninteressant, ja sogar spannend und das auch nach 100 Jahren noch. Noch immer gilt das Schiff als verschollen und noch immer gibt es zahlreiche Theorien, die alle den Verlust erklären wollen. – Eine Spurensuche durch über hundert Jahre Marinegeschichte und der Versuch, die bekanntesten Theorien unter die Lupe zu nehmen.

Die USS Cyclops war ein Versorgungsschiff, was dafür gebaut war, andere Schiffe mit Kohle zu versorgen, und stand ab 1910 im Dienst der US-Marine. Ihr Name stammt aus der antiken Mythologie und ist an den einäugigen, großen Wesen der Zyklopen angelehnt. Groß ist auch das Mysterium um das Schiff, was im März 1918 seinen Lauf nahm.

Nachdem das Schiff nicht wie geplant am 13. März im U.S.-amerikanischen Baltimore einlief, begann man nach dem Versorger zu suchen. 90 Tage ohne Erfolg. Weder Trümmerteile, noch Überlebende oder irgendein Hinweis auf den Verbleib des Schiffs konnten ausfindig gemacht werden. Und so tat die Marine den Verlust zunächst als kriegsbedingt ab. Im Frühjahr 1918 tobte auch im Atlantik noch Krieg und die Vermutung lag nahe, dass entweder deutsche Seeminen oder U-Boote der USS Cyclops aufgelauert hatten. Das jedoch änderte sich nach Kriegsende, als keine deutschen Einsätze für besagten Zeitraum in Frage kommen konnten. Offensichtlich war also etwas anderes der Grund für das Verschwinden der USS Cyclops.

Mysteriöse Umstände

Dass es bei Schiffsuntergängen nicht immer Überlebende gibt, ist in der Vergangenheit oft bewiesen worden. Und auch wenn bei ~309 [Anm. d. Red. Selbst die genaue Anzahl an Passagieren scheint ein Mysterium zu sein] Besatzungsmitgliedern und Passagieren es auf den ersten Blick unwahrscheinlich scheint, dass es nicht zumindest einen Überlebenden gibt, ist es umso rätselhafter, dass nicht ein einziges Trümmerteil des Schiffs entdeckt wurde. Zumal es mit 165 Metern Länge auch zu heutiger Zeit nicht als klein gelten würde. Auch ein Notsignal, das Probleme an Bord enthüllt hätte, gab es nicht. Umso verständlicher ist daher, dass die USS Cyclops zu einer Art Aushängeschild für die Existenz des Bermudadreiecks geworden ist. Die ungeklärten Umstände ihres vermeintlichen Untergangs ließen und lassen viel Platz für Spekulationen und Theorien. – Von einer Alienentführung bis hin zum Übergang in eine andere Dimension. Fakten verschwammen mit Theorien und heraus kam der Mythos um die Cyclops.

Verhängnisvolle Fahrt

Tatsache jedoch ist, dass die letzte Fahrt des Versorgers im Februar 1918 nach Brasilien ging. In Brasilien wurde Kohle aus- und dafür ungefähr 11.000 Tonnen kriegswichtiges Manganerz eingeschifft. In Rio de Janeiro, ihrem Zielhafen, nahm sie Passagiere auf und stoppte auf der Rückreise in einem zweiten Hafen, wo das Manganerz verladen wurde. Dann trat die Cyclops ihre Reise nach Baltimore an, um am 3. März noch einmal, diesmal im damals britischen Inselstaat Barbados, vor Anker zu gehen. Einen Tag darauf lief sie aus, um die letzte Etappe ihrer Reise anzutreten, die durch das berüchtigte Bermudadreieck führte.

Barbados (grün) von Baltimore in den USA (orange) trennen etwa 3350 km Atlantik..

Barbados (grün) von Baltimore in den USA (orange) trennen etwa 3350 km Atlantik..

Berichten zufolge soll sie noch einmal von einem anderen Schiff aus gesichtet worden sein. Doch diese zerstreuten sich schnell. In den Folgetagen des 13. März, als das Schiff noch immer nicht in Sicht war, begann eine Suchaktion, die 90 Tage andauerte und nahezu die gesamte Ostkaribik umfasste und dennoch nichts zutage brachte.

Vorerst war damit nach dem Krieg das Kapitel der Cyclops abgeschlossen und der größte Einzelverlust der US Navy durch nicht feindliches Einwirken geriet langsam in Vergessenheit. Wären da nicht die Verschwörungstheorien um das Bermudadreieck gewesen, die in den 1970ern ihren Höhepunkt in zahlreichen Publikationen erreichte und unter anderem den Verlust der USS Cyclops thematisierten. Wenn auch wissenschaftlich streitbar, weckten diese zumindest das öffentliche Interesse nach dem Verbleib der vielen Bermudadreieckopfer.

Ein mysteriöses Schiffswrack

Dennoch: Neue Hinweise auf den letztendlichen Verbleib des Schiffes fehlen bis heute.

Eine interessante Ausnahme bildete da ein Zufall der Geschichte im Jahre 1968. Das Atom-U-Boot USS Scorpion war soeben im Atlantik verschwunden und die US-Marine suchte großflächig nach dem U-Boot. Auch unmittelbar vor der eigenen Küste. Ungefähr 70 Seemeilen vor Virginia wurde man dann fündig. Allerdings handelte es sich bei dem Wrack nicht um die später viel weiter östlich gefundene Scorpion, sondern um ein unbekanntes Wrack.

Ein Jahr später machte der Marinetaucher Dean Hawes an dieser Stelle eine Entdeckung, der er erst später ihre wahre Bedeutung beimaß. Bei seinem Tauchgang fand er ein Schiffswrack vor, welches laut seiner Aussage markante Merkmale aufwies, etwa die Brücke und die Aufbauten rund um die Ladekräne, wie sie auch bei der Cyclops verbaut worden waren. Doch erst einige Zeit nach dem Tauchgang erkannte er was er da vermutlich wirklich entdeckt hatte. Durch einen ihm zufällig in die Hände gelangtes Foto identifizierte er das unbekannte Wrack als die USS Cyclops.

Da bereits der erste Tauchgang wetterbedingt abgebrochen werden musste und ein weiterer Versuch das Wrack aufzusuchen erfolglos geblieben war, gab es immer noch Zweifel. Daher setzte Hawes sich Anfang der 1970er bei der Marine mit Erfolg für einen erneuten Versuch ein, das Wrack aufzusuchen. Jedoch blieb auch dieser Versuch, das Wrack zu erkunden, erfolglos. Der bislang letzte Versuch das Geheimnis um die USS Cyclops zu lüften war eine Expedition der National Underwater And Marine Agency (NUMA). Die NUMA-Stiftung versuchte 1983 gemeinsam mit Dean Hawes die Stelle des mysteriösen Wracks wiederzufinden, doch scheiterte der Versuch wie alle vorangegangenen.

Theorien für das Verschwinden

Die Frage, die sich stellt, wenn schon nicht beantwortet werden kann, wo das Schiff selbst sich nun befindet, ist die, was ihm denn zugestoßen sein könnte. Vermeintliche Antworten auf diese Frage tauchten bereits rasch nach der Bekanntgabe des Verschwindens auf und drehten sich rund um die aktuelle Kriegssituation. Mit der Zeit wurde das Spektrum der Theorien größer und mündete eben auch in den paranormalen Bereich. Nichtsdestotrotz gibt es auch durchaus nachvollziehbare Ansätze.

Besatzung und Passagiere

Unmittelbar nach dem Verschwinden wurde besonders die Besatzung der Cyclops ins Licht gerückt, da viele Besatzungsmitglieder deutschstämmig waren. Insbesondere der Kapitän, der drei Jahrzehnte zuvor aus dem Kaiserreich in die USA ausgewandert war. Und auch mit dem in Rio de Janeiro an Bord gegangenen Konsul Alfred Gottschalk befand sich eine weitere hochdekorierte, aber deutschlastige Person an Bord. Daher schloss man auf ein Überlaufen zum Feind. Allerdings konnte die Theorie, ähnlich wie die der Feindeinwirkung, nach dem Krieg nicht bestätigt werden.

Dennoch gibt es eine weitere, die die Besatzung involviert. Demnach befanden sich unter den in Brasilien eingeschifften Passagieren auch Angehörige der Marine, die wegen diverser Verbrechen u.a. Mittäterschaft in einem Mordfall in die Heimat überstellt werden sollten. Könnte es daher eine Meuterei an Bord gegeben haben mit dem Ziel sich einer Bestrafung zu entziehen? Oder revoltierte die Besatzung aus einem anderen Grund? Vielleicht gegen den gerüchteweise oft jähzornig agierenden und daher nicht gerade beliebten Kapitän? Doch auch diese Theorie lässt Lücken offen. So beschreibt diese nur den Umstand des Verschwindens nicht aber den tatsächlichen Grund für die Unauffindbarkeit des Schiffes. Andererseits hätte ein Verlust von bestimmten Besatzungsmitgliedern sich sicherlich auch negativ auf die Funktionsfähigkeit des Versorgers ausgewirkt.

Ungewöhnliche Ladung

Mit einem Alter von nicht einmal acht Jahren war das Schiff noch relativ neu und daher – so könnte man meinen – nicht anfällig für Mängel. Dennoch soll es bereits im Vorfeld des Unglücks Probleme mit dem Schiff gegeben haben. Zudem war die Cyclops auf ihrer letzten Fahrt mit knapp 11.000 Tonnen Manganerz ungefähr 3.000 Tonnen über ihrem Fassungsvermögen und somit deutlich überladen. Zudem war mit dem Manganerz eine ungewöhnliche Fracht für den ansonsten Kohle befördernden Versorger an Bord. Auch besteht laut einer Ausgabe des Popular Science Magazins von 1919 die Möglichkeit, dass durch fehlerhaftes Verladen der ungewohnten Fracht das Schiff entweder kenterte oder in zwei Teile zerbrach. So ein schneller Sinkvorgang könnte auch das Ausbleiben eines Notrufs oder das nicht erfolgreiche Absetzen von Rettungsbooten erklären.

Konstruktionsfehler

Möglich wäre auch etwas weitaus Verhängnisvolleres. Denn die Cyclops hatte insgesamt drei Schwesterschiffe, von denen 1941 die USS Proteus und die USS Nereus in demselben Gebiet wie die Cyclops verschwanden. Auch in diesen Fällen wurden weder Wrackteile oder Überlebende entdeckt, noch ein Notsignal empfangen. Natürlich könnte man diese Verluste dem Bermudadreieck zurechnen, aber ein Konstruktionsfehler liegt näher. Laut Konteradmiral George van Deurs kämen dafür die horizontalen Strukturträger des Schiffes in Frage. Diese Balken, die über längere Zeit hinweg durch ätzende Kohle angegriffen wurden, könnten schließlich nachgegeben haben, so die Theorie.

Aber müssten demnach die beiden Schwesterschiffe bei ihrem vermutlichen Untergang nicht schon längst überfällig gewesen sein? Bedenkt man aber, dass die Cyclops bereits einige Jahre vor ihren Schwesterschiffen ihren Dienst antrat und dass diese lange Zeit nach ihrem letzten Einsatz in den 1920ern nicht mehr eingesetzt wurden, bekommt die Theorie neuen Aufschwung. Auch hatte zumindest eines der beiden Schiffe bei ihrem Verschwinden nicht Kohle sondern Eisenerz geladen.

Schlechtes Wetter

Deutlich handfester ist da die These, dass die Cyclops einem Sturm zum Opfer fiel. Was zwar banal klingen mag, ist mit dem zuvor geschilderten Zustand des Schiffes und mit der Tatsache im Hinterkopf, dass die steuerbord liegende Maschine aufgrund eines beschädigten Zylinders nicht vollkommen funktionstüchtig wahr, durchaus ernst zu nehmen.

Einem Artikel des Popular Science Magazins aus dem Jahr 1929 zufolge ist solch ein Sturm auch für den infrage kommenden Zeitraum vorhanden. So wütete laut einer für das Magazin angefertigten Wetterkarte (S. 16) ein heftiger Sturm vom 9. März bis 10. März 1918 an nahezu der gesamten Ostküste der USA und somit auf der Reiseroute der Cyclops. Auch wenn nach neueren Erkenntnissen die Cyclops aufgrund ihrer gedrosselten Geschwindigkeit äußerst unwahrscheinlich an der in dem Artikel beschriebenen Position gesichtet wurde, hätte sie aller Wahrscheinlichkeit nach dennoch in die Ausläufer des Sturmes geraten können. Und sie hätte nicht einmal untergehen müssen. Das nicht komplett funktionstüchtige Schiff könnte nur beschädigt worden und vom Kurs abgekommen sein. Aus dem Sturm resultierende Schäden hätten dann zum Untergang führen können, theoretisch auch an der Stelle, an der Hawes das Schiff vermutete.

Auf die Frage, warum die Besatzung dann aber keinen Funkspruch absetzte hat wiederum der Autor des in Popular Science erschienen Artikels eine durchaus denkbare Antwort parat. Die Besatzung hatte schlicht Angst sich bemerkbar zu machen, da – wie sie annahmen – ein Hilferuf nicht nur potentielle Retter, sondern auch Jäger in Form von beispielsweise deutschen U-Booten angelockt hätte.

Und wenn doch…?

Sollte keine der Theorien zutreffen, dann könnte man zuletzt auch das Bermudadreieck beschuldigen. Bis heute ist es nicht vollständig erforscht und in so mancher Verschwörungstheorie mag ein wahrer Kern stecken. Doch bis zur restlosen Klärung des Unglücks scheinen Stürme und menschliches Versagen eben rationaler zu sein als etwa gigantische Methangasblasen, die Schiffe in die Tiefe ziehen.

Höchstwahrscheinlich ist eine Kombination der verschiedenen Umstände, die dem Schiff zum Verhängnis geworden sein könnten. Schlechtes Wetter oder eine ungewöhnliche Fracht allein lassen ein Schiff nicht zwangsläufig untergehen. Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren könnte das Ende der Besatzung und ihres Schiffs besiegelt haben.

Und wie immer lassen auch diese Erklärungsversuche Fragen unbeantwortet und Platz für Spielraum. Neuen Wind in die Angelegenheit könnte vielleicht die Frage nach den ausgebliebenen Wrackteilen bringen.

Alte Spuren in neuem Licht?

Bekanntlich ist mit dem Golfstrom eine der schnellsten Strömungen der Welt vor der Ostküste der USA beheimatet. Sollte also die Cyclops in diesem Gebiet gesunken sein, so wären Trümmer zwar vorhanden gewesen, aber nicht zeitlich begrenzt an ihrem Untergangsort. Verstärkend wirkt, dass die Marine erst in den Folgetagen des erwarteten Ankunftszeitpunkts der Cyclops mit der Suchaktion begann und zudem bis heute nicht klar ist, an welchem Tag genau zwischen dem 4. und vermutlich 13. März das Schiff unterging. Folglich hätten Wrackteile an der Oberfläche immer weiter nach Nordwesten treiben können ohne bemerkt zu werden.

Und verfolgt man Zeitungsberichte aus den Jahren nach dem Unglück, dann könnten eventuell doch Wrackteile entdeckt worden sein. Laut einem Artikel der St. Petersburgh Times vom 14. Februar 1929 suchte der Privatmann Donald Fraser bei einer Bootstour im Jahre 1920 auf einer Insel Schutz vor einem Sturm. Bei der Insel handelte es sich um Gun Key, einem Teil der Bahamas, und Fraser behauptete auf ihr ein zerstörtes Rettungsboot gefunden haben mit einem teilweise erhaltenen Schriftzug, der das Boot der Cyclops zuordnen würde. Darüber hinaus will er in etwa zwei Kilometer Entfernung von der Insel ein Wrack unter der Oberfläche ausgemacht haben.

Dennoch brachten spätere Nachforschungen nichts zutage und es sollte an dieser Stelle vermerkt werden, dass – falls diese Aussage stimmt – zumindest das potentielle Wrack aufgrund seiner vermeintlich nahen Position zur Insel bereits entdeckt worden wäre. Denn zumindest heutzutage ist die Insel bewohnt und zudem regem Bootsverkehr ausgesetzt.

Wrackteile vor Barbados?

Ein weiterer weniger beachteter Fall soll sich bereits im Zeitraum des vermutlichen Untergangs der Cyclops ereignet haben. Einem in mehreren U.S.-Zeitungen identisch auftauchenden Artikel zufolge berichtete ein Lieutenant James M. Hays von Wrackteilen nördlich von Barbados. Dieser befand sich an Bord der USS Orion, einem der Cyclops ähnelnden Kohlefrachter, auf dem Weg nach Uruguay. Am 7. April soll Hays auf einen im Wasser treibenden Rettungsring aufmerksam gemacht worden sein. Daraufhin ließ er den Kurs des Schiffes ändern und einige Matrosen sollen erfolglos versucht haben, den mit einem gerissenen Seil verbundenen Rettungsring aus dem Meer zu fischen. Der Befehl des Kapitäns, den Kurs wiederaufzunehmen, machte jedoch weitere Anstalten, den Rettungsring zu bergen, zunichte.

Heckansicht der USS Cyclops: Könnte ein 1918 entdeckter Rettungsring, wie der hier auffallende (Mitte), zur Cyclops gehört haben?

Heckansicht der USS Cyclops: Könnte ein 1918 entdeckter Rettungsring, wie der hier auffallende (Mitte), zur Cyclops gehört haben?

Noch am Abend desselben Tages will Hays außerdem ein leeres Rettungsfloß bemerkt haben, als es an den Bug der Orion prallte. Doch wieder ignorierte der herbeigeholte Kapitän den Fund und ließ den Kurs des Schiffes unverändert. Bei einem Zwischenstopp in Rio de Janeiro widerrief Hays nach einem Gespräch mit Admiral William Caperton jedoch seine Sichtung des Rettungsfloßes, wohl auf Drängen seines Kapitäns ihn nicht in Bedrängnis zu bringen. Immerhin hatte dieser zwei Gelegenheiten ausgeschlagen nach potentiellen Überlebenden zu suchen oder zumindest die Wrackteile aufzunehmen.

Ungefähr in diesem Gebiet will Hays die Wrackteile gesehen haben:

Ungefähr in diesem Gebiet will Hays die Wrackteile gesehen haben:

 

Sollte dieser Bericht Tatsachen widerspiegeln, so wäre er vielleicht die heißeste Spur im jahrhundertalten Rätsel um die Cyclops. Dennoch könnte man auch die Frage stellen, ob die gesichteten Trümmerteile tatsächlich der Cyclops entstammten, da sie über einen Monat nach dem Auslaufen des verschollenen Schiffes aus Barbados relativ nahe der Insel gefunden wurden. Und auch wenn vereinfacht gesagt die Strömung um Barbados im Vergleich zum Golfstrom sicherlich langsamer ist, könnte man die innerhalb eines Monats auf dem Meer treibenden Trümmer dennoch weiter nördlich vermuten.

Im Umkehrschluss könnte das also heißen, dass die Cyclops weder im Bermudadreieck, noch vor ihrer eigenen Haustür, sondern am vielleicht unwahrscheinlichsten Ort ihrer Reiseroute, nämlich nur wenige Stunden von ihrem Auslaufen aus Barbados entfernt, gesunken ist.

Wenigstens eines der insgesamt drei Schwesterschiffe der Cyclops brachte es noch zu Ruhm. Die USS Jupiter wurde, umbenannt in USS Langley, 1922 durch einen Umbau der erste Flugzeugträger der US-Marine. Allerdings wurde sie im 2. Weltkrieg versenkt.

Bis heutzutage, über 100 Jahre nach dem Verschwinden, fehlt das Wrack der Cyclops und noch immer gibt es keine konkrete Spur. Mit der Cyclops ist es nicht bei einem Einzelfall geblieben. Rätselhafte Schiffsuntergänge gab es und gibt es auch nach diesem Vorfall. Und deutsche Schiffe blieben genauso wenig davor verschont, wie der ungeklärte Untergang der MS München, der sich diesen Dezember zum vierzigsten Mal jährt, zeigt. Dean Hawes, der ehrgeizige Marinetaucher, ist nur wenige Wochen nach seinem letzten Versuch das Schiff zu finden gestorben. Vielleicht könnte aber Paul Allen die Suche fortsetzen. Schließlich ist der Microsoft-Gründer bekannt für seinen Entdeckerwillen, wenn es um verschollene Schiffe geht.

Am Ende ist es gar egal, warum und wo die USS Cyclops nun verschwand. Was bleibt, ist schließlich der Verlust von über 300 Menschenleben.

Maurizio K.

Bildrechte: Wikimedia Commons

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