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Ruf der Wale

Februar 13, 2017 Uncategorized No Comments

Im Oktober 1988 ereignete sich eine dramatische Rettungsaktion: Drei kalifornische Grauwale waren in einem zugefrorenen Eisloch in der Arktis im Beaufortsee nördlich von Point Barrow (nördlichster Ort der Vereinigten Staaten) gefangen. Da Grauwale keinen so massiven Schädel haben, mit dem sie die Eisdecke durchbrechen hätten können, konnten sie sich nicht selbst befreien.

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Nach ein paar Tagen sichtete ein Walfänger die Grauwale im Packeis und versuchte, mit einer Kettensäge die Grauwalfamilie vom Eis zu befreien, indem er einen Weg zum Meer aufschnitt. Ein paar andere Dorfbewohner halfen ihm und probierten andere Hilfsmittel aus, doch nichts klappte. Um das Wasser bei den niedrigen Minus-Graden eisfrei halten zu können, versuchten die Helfer insbesondere in den Nächten, die Flächen eisfrei zu halten. Durch die schnell verbreitete Nachricht der gefangenen Wale kamen viele Umweltschützer an den Ort. Einige von ihnen organisierten einen Helikopter, der Löcher ins Eis schlagen sollte. Etwas später kamen die ersten Medienberichte über die Tiere, welche um die ganze Welt gingen. Immer mehr Leute wollten helfen und boten viele Hilfsmittel an, wie zum Beispiel einen Lastkahn, der eine Schneise ins Packeis brechen sollte. Doch dieser blieb selbst stecken und die Aktion scheiterte. Weitere Berichte gingen um die Welt. Das Außenministerium der USA schickte eine Hilfsanfrage an die Regierung der Sowjetunion, ob sie zwei Eisbrecher verwenden könnte um die Wale zu befreien, da ihre Lage sich verschlechterte. Die Helfer konnten nämlich die betroffenen Flächen nicht mehr länger eisfrei halten.

Admiral Makarow und Vladimir Arseniev, zwei sowjetischen Kapitäne, kamen schließlich mit Eisbrechern zur Hilfe. Die Wale hatten sich zwischenzeitlich beim Versuch das Eis aufzubrechen verletzt und wurden immer schwächer. Die freiwilligen Helfer benannten die drei Tiere Putu (Bonnet), Siku (Crossbeak), und Kanik (Bone). Der jüngste Wal, Kanik (Bone), war ungefähr 9 Monate alt und starb am 21. Oktober. Als Admiral Makarow am 28. Oktober mit dem Eisbrecher, eine 400 Yard breite und 30 Fuß tiefe Rinne durch das Eis gebrochen hatte, konnten die geschwächten Tiere schließlich wieder zurück ins Meer. Doch man weiß nicht, ob sie es überlebt haben, da sie gesundheitlich etwas geschwächt waren und man ihnen keinen Peilsender oder ein Ortungsgerät verpasst hatte. Die Rettungsaktion kostete insgesamt 1Million US-Dollar und aufgrund der hohen Ausgaben gab es viel Kritik.

Aber dennoch hat diese Rettungsaktion das Verhältnis zwischen Menschen und Walen verändert. 2012 wurde dieses Ereignis durch den Film ,,Ruf der Wale“ wieder in Erinnerung gerufen.

 

Text: Eleonora Karge

Bildrechte:

Wanetta Ayers

Source: http://www.fhwa.dot.gov/byways/photos/65034

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