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¡Buena viaje Comandante!- Ein Nachruf auf Fidel Castro

November 30, 2016 Uncategorized No Comments

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Am 25. November 2016 starb auf der Karibikinsel Kuba eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Fidel Castro, ehemaliger Revolutionär und Präsident des Karibikstaates verstarb hochbetagt im Alter von 90 Jahren. Gegen Mitternacht, so hieß es im Staatsfernsehen, sei er verstorben. Gegen Mitternacht vor über 50 Jahren schrieb er das erste Mal Geschichte. Am 1. Januar 1959 war es ihm und seinen Mitstreitern gelungen, den von den USA geförderten Diktator Batista zu stürzen.Er floh ins Exil und Castro wurde Präsident. Die Einführung des Kommunismus und Errichtung des ersten sozialistischen Staates in Amerika folgten nur unter misstrauischer Beobachtung aus den Vereinigten Staaten.

Mehrere Attentatsversuche und eine Invasion in die Schweinebucht später war der Comandante noch immer wohlauf und holte aus für den nächsten Schlag gegen die Amerikaner. Zwischen Aufbauhilfen aus der UdSSR und den sozialistischen Bruderstaaten wurden ein paar sowjetische Mittelstreckenraketen geschmuggelt, die vor der Haustür der USA für großes Aufsehen sorgten. Die Welt stand am Rande eines Atomkrieges und Castro zeigte sich kampfbereit. Schließlich fand man sich doch überein. Der Kommunismus durfte bleiben, die Raketen mussten wieder nach Moskau. Nach dem Fall des Kommunismus 1991 sah die Situation dann schon anders aus. Ein sozialistischer Bruderstaat nach dem anderen fiel und mit ihm die lebenswichtige wirtschaftliche Hilfe für Kuba. In zahlreichen Reden beschwor Castro sein Volk trotz offensichtlicher internationaler Isolation und wirtschaftlichen Versagens weiterhin auf die kubanische Revolution ein. Eine Zeit des gesundheitlich schlechten Zustands folgte auch für Castro und gipfelte 2006 in seinen Rückzug aus seinen Ämtern. Die Fortführung der Revolution blieb allerdings in der Familie. Fidel Castros Bruder Raul übernahm.

Mit der Zeit deutete sich schrittweise ein Wandel an. Nicht nur das Markenzeichen Castros, die Zigarre im Mund und die kubanische Militäruniform, wurden zugunsten von westlichen Adidas-Trainings-anzügen ausgetauscht, sondern auch die Außenpolitik in Händen seines Bruders näherte sich zunehmend den USA an. US-Außenminister Kerry eröffnete die US-Botschaft auf Kuba wieder, sogar der Papst reiste ins Zentrum des Sozialismus und nicht zuletzt die Friedensgespräche zwischen Kolumbien und der linken FARC-Guerillia, zu deren Unterstützer einst auch Kuba zählte, fanden auf der Insel statt. Der Besuch von US-Präsident Obama vergangenen März jedoch deutete den endgültigen Wandel Kubas an. Die Revolution schien vergessen, Kubas Öffnung zum Westen hin beschlossen. Auch Fidel Castro selbst hatte sich teilweise gewandelt. Wenn auch den Klassenfeind misstrauisch beäugend, fand er, der Hüter der Revolution, sich zunehmend mit dem Wandel ab.

Ganz unumstritten ist Castro bis auf den heutigen Tag jedoch nicht. Zwar gilt er für große Teile der Bevölkerung Kubas als der Held der Revolution, verbunden mit der Befreiung von Diktator Batista, doch dann gibt es noch jene, die in Haft sitzen oder im Exil leben. Während Castros Regierungszeit wurden zahlreiche Kritiker als Kontrarevolutionäre verfolgt und inhaftiert. Weitere flohen aus Angst oder aufgrund der desolaten Lage in Kuba. Auch die Situation der Pressefreiheit und Parteienvielfalt ist unter Castro nur kritisch zu bewerten.

Trotz alledem bekam Fidel Castro noch ein letztes Mal seinen großen Auftritt. Am 13. August feierte er sich und Kuba ihn. Der Revolutionär, Kalte Krieger und Ex-Präsident wurde 90 Jahre alt.

 

Maurizio K.

 

Bildrechte: wikipedia

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